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d´Wadlbeißer im Iran

Allgemeine Informationen über die Islamische Republik Iran
Reisebericht zur Gastspielreise der Wadlbeißer
Radiointerview zur Gastspielreise der Wadlbeißer im Bayern 2
Links zur Reise in die Islamische Republik Iran
Links zur unseren Sponsoren
Allgemeine Informationen über den Iran
  • Geographische Lage: Mittlerer Osten
  • Geographische Koordinaten: 32°00’ N, 53° 00’ E
  • Entfernung: ca. 04:40 Flugstunden von München
  • Fläche: 1.648.000 km²
  • Einwohner insgesamt: ca. 65 Millionen, ca. 40 Einwohner pro km²
  • Hauptstadt: Teheran mit ca. 14 Millonen Bewohnern
  • Klima: Verschiedene Klimazonen in der Region um Teheran Kontinental-Klima
  • Zeitzone: MEZ + 1,5 Stunde
  • Sprache: Persisch (Farsi)
  • Währung: 1 Rial (Rl.) = 100 Dinars .
    1 Euro ~ 10.000 Rial
  • Einreisebestimmungen: Visumspflicht

Reisebericht zur Gastspielreise der Wadlbeißer

Vorgeschichte
Anfang August kam bei uns eine Email an, in der gefragt wurde, ob wir am 03.10.2004 in Teheran spielen könnten. Schnell verbreitete sich unter uns Musikanten die Nachricht und keiner wusste so recht, ob die Mail wohl echt sei. Nichts desto trotz antworteten wir auf diese Anfrage und stellten so den Kontakt mit dem stellvertretenden Botschafter, Herrn Dr. Zickerick, her. Dieser hatte sich unter seiner privaten Emailadresse gemeldet, die uns bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war. Herr Dr. Zickerick, den wir schon aus Moldawien kannten, wurde, wie wir erfuhren, erst kürzlich in den Iran versetzt. Er organisierte, wie auch letztes Jahr, wieder die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit.

d`Wadlbeißer im IranVon der Deutschen Botschaft in Teheran, der Hauptstadt der Islamischen Republik Iran, wurde unsere Musikgruppe dann vom 02.-05.10.2004 eingeladen, um bei der offiziellen Feier anlässlich des Tages der Deutschen Einheit im Iran aufzutreten. An dieser Reise nahmen Andreas Feuerer (B-Klarinette), Sebastian Gradl (Es-Klarinette), Alois Hinreiner (Gitarre), Klaus Christen (Tuba), Christian Preuß (Steirische Knopfharmonika) und Michael Franke (Akkordeon) teil.

Als bekannt wurde, dass wir in den Iran fliegen werden, meldeten sich einige Personen bei uns, mit der Bitte, ob wir ihnen bestimmte Dinge mit in den Iran nehmen könnten. So fragte uns eine BMW-Mitarbeiterin telefonisch aus Teheran, ob wir ihr vielleicht ihr Dirndl (bayerische Tracht für Frauen), das sie in München hatte, und Fishermans Friends mitbringen könnten. Sie war zu diesem Zeitpunkt schon im Iran um dort ihre Doktorarbeit zu schreiben.

Am Tag vor dem Flug meldete sich auch der Co-Botschafter, Herr Dr. Zickerick, und bat, ob wir seiner Frau 2-3 Packungen Mozartkugeln einpacken könnten.

Beide Wünsche erfüllten wir natürlich gerne.

Samstag, 02.10.2004
Anreise nach Teheran, Iran

Samstag um 11:00 Uhr brachen wir zu unserer Reise auf. Als wir auf der Fahrt zum Münchner Flughafen im Auto, wurde gerade das Radiointerview mit Christian Preuß, dem Leiter der Wadlbeißer, auf dem Sender Radio Bayern 2 anlässlich dieser Reise in der Bayernchronik ausgestrahlt.

Gruppenbild am Müncher Flughafen mit unseren SponsorenIn München angekommen, trafen wir uns, nach einem ausgiebigen gemeinsamen Mittagessen im Air-Bräu, zuerst mit Herrn Tamur Goudarzi-pur, von der Lufthansa Iran und Herrn Florian Pötsch von der Flughafen München GmbH. Sie überreichten uns die Tickets. Unser Flug nach Teheran wurde in Zusammenarbeit von Lufthansa und Flughafen München gesponsert. Hierfür nochmals recht herzlichen Dank.

Wir flogen mit einer Maschine der Lufthansa vom Typ Airbus 340-300, die zu unserem Erstaunen bis auf den letzten Platz besetzt war. Der Flug verlief ruhig und wir waren voller Erwartung auf das fremde Land mit einer ganz anderen Kultur. Gleich nach der Landung in Teheran wurde im Flugzeug darauf hingewiesen, dass Frauen im Iran Kopftücher tragen müssen.

Ankunft in Teheran Flughafen "Mehrabad"
nächtliches TeheranNach der unproblematischen Visa- und Passkontrolle gingen wir in Richtung Ausgang des Flughafengebäudes. Menschenmassen drängten sich am Eingang des Flughafens. Frauen und Männer mit Blumen in den Händen versuchten ins Gebäude zu kommen, aber die Sicherheitskräfte ließen sie nicht hinein. Wie uns Herr Goudarzi-pur erklärte, sehen hier Iraner ihre Angehörigen vielleicht nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder. Man konnte beobachten, wie ganze Familiengruppen auf Fluggäste warteten und diese dementsprechend emotional begrüßten. Lois fuhr zu diesem Zeitpunkt den Gepäckwagen mit unseren Musikinstrumenten und musste sich durch diese gewaltige Menschenmenge kämpfen. Vor dem Gebäude erwartete uns schon Herr Dr. Zickerick mit zwei Botschaftswägen und begrüßte uns herzlich im Iran. Anschließend fuhren wir durch das nächtliche Teheran. Strassen und Denkmäler erstrahlten in buntem Licht. Man erzählte uns, dass hier vor kurzem ein großes Fest zu Ehren des 12. Imam stattgefunden habe, auf den die gläubigen Iraner seit Jahrhunderten warten.

Im Hotel angekommen trafen wir sogleich mit Cornelia Menzel, der Dirndlbesitzerin, zusammen und übergaben ihr das gute Stück. Wir waren im Zentrum von Teheran in einem Appartmenthotel untergebracht, in dem auch BMW-Mitarbeiter wohnten. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals bei BMW für die Unterbringung im Hotel bedanken.

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, feierten wir noch den Geburtstag unseres Es-Klarinetten-Spielers Sebastian. Wie bemerkte einer der Musikanten so schön: „Das ist die „trockenste“ Geburtstagsfeier, die wir je hatten, mit lauwarmem Cola, Fanta und Wasser….“. Da im Iran strengstes Alkoholverbot herrscht, blieb uns nichts anderes übrig als mit Wasser auf Wastls Geburtstag anzustoßen. Relativ früh gingen wir dann zu Bett um am nächsten Tag fit zu sein.

Sonntag, 03.10.2004
Teheran erstreckt sich in Nord-Süd-Ausrichtung von 1.100 m Höhe bis zu 1.700 m Höhe über dem Meer und liegt an den Ausläufern des Elbrus-Gebirges, das sich bis in schwindelnde 5.000 m Höhe hochschraubt. Das Klima ist bis in den Dezember hinein sehr trocken und warm. Auch wir hatten Anfangs Oktober noch etwa 30° C Wärme.

Stadtrundfahrt
Islamische MuseumAm Morgen nach dem Frühstück, zu dem es Butter, Käse, Honig, Karottenmarmelade und Fladenbrot gab, wurden wir von einem deutsch sprechenden Fremdenführer im Hotel abgeholt und begannen mit unserer Stadtrundfahrt. Die erste Station führte uns ins Iranische Nationalmuseum. Dort betrachteten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten, z.B. die Gesetzesstele des Königs Hamurabi. Im Gebäude daneben befindet sich gleich das Islamische Museum. Hier ist die Geschichte des Islam von Beginn an bis in die heutige aktuelle Zeit dargestellt und es gibt viele weitere kulturelle Schätze zu bestaunen.
Zum Mittagessen fuhren wir in den Jamshidiyeh Park und speisten in einem kurdischen Restaurant mit herrlichem Blick hinunter auf Teheran. Jeder Musikant bestellte sich Essen in kurischem Restauranteine andere landestypische Speise und wir probierten die einzelnen Spezialitäten reihum. Als Gerichte bekamen wir verschiedene Arten von Kebab, bestehend aus Kalb, Huhn- bzw. Hackfleisch und wer wollte, auch eine Art Gulasch genannt „Horesh“, das mit unterschiedlichen Fleischsorten (außer Schwein), aber auch mit Gemüse bereitet werden kann. Als Beilagen gab es Reis mit Safran und Salat. Serviert wurde uns das ganze von einem deutschsprechenden Kellner, der 9 Jahre lang in Bayern, in der Nähe von München, gearbeitet hat. Im Übrigen hörten wir immer wieder deutsch sprechende Touristengruppen die in Teheran unterwegs waren.

Am Nachmittag besichtigten wir den Niavaran Cultural/Historic Complex, der ursprünglich als Sommerresidenz des letzten Shah’s, Reza Pahlavi genutzt wurde und in einem herrlichen Park, damals außerhalb Teherans, errichtet wurde. Der Sahebqraniyeh Palast wurde 1267 unter Nasser-ed-Din-Shah erbaut.

Leider wurden unter dem Herrscher Pahlavi II, zahlreiche Palast des Shah´sUmbauten getätigt und die historische Originalität ging verloren. Der Palast beinhaltete zum einen die offiziellen Empfangsräume der Herrscher, zum anderen die privaten Schlafgemächer und Teile des umfangreichen Harems, wie unser Fremdenführer berichtete. Neben Mao Tse Tung, Kurt-Georg Kiesinger und vielen anderen Staatsgästen war auch Konrad Adenauer mit einem Bild und persönlicher Widmung vertreten. Die Iraner hatten schon immer ein gutes Verhältnis zu Deutschland. So wurde das gesamte Eisenbahnnetz des Iran von Deutschen errichtet, ebenfalls der 1937 neu gebaute Hauptbahnhof Teherans.

Botschaftsempfang zum Tag der deutschen Einheit
Nach Besichtigung der Palastanlage fuhren wir zurück ins Hotel und richteten uns für den Warten in der Hotelhalle auf unsere Taxis...Botschaftsempfang her. Pünktlich um 16:00 Uhr saßen wir fertig angezogen in bayerischer Tracht mit unseren Instrumenten in der Hotelhalle und warteten auf unsere Abholung durch die Fahrer der deutschen Botschaft. Zu unserem Erstaunen aber kam kein Auto. Zuerst dachten wir, aufgrund des Dauerstaus in Teheran von 08:00 Uhr morgens bis 22:00 Uhr abends, würde unser Shuttle-Service etwas später kommen. Als um 16:30 Uhr immer noch kein Fahrer erschienen war, mussten wir uns schon Sorgen machen, denn der Botschaftsempfang begann um 18:00 Uhr und die Residenz war am anderen Ende der City. Eine Stadt mit 14 Millionen Einwohnern, bei der auf 17 Personen ein Auto kommt, hat schon ein gewaltiges Verkehrspotential. Dazu kommen in der Rushhour noch ca. 2-3 Millionen Pendler, die am Morgen in die Stadt hinein und abends heraus wollen. Um 16.45 Uhr riefen wir dann den Co-Botschafter, Herrn Dr. Zickerick an und fragten, ob er wisse, was mit unserem Auto sei, bzw. ob wir lieber ein Taxi nehmen sollten. Beim Gespräch stellte sich heraus, dass durch ein Missverständnis gar kein Bus zu uns unterwegs war. Wir vereinbarten dann, mit zwei Taxis zur Residenz zu fahren. Das Problem an der Sache war aber, dass auch die vom Hotel bestellten Taxis wegen des Verkehrsgewühls erst um 17:15 Uhr am Hotel eintrafen und den Weg zur deutschen Residenz nicht kannten.

Also wurde schnell noch einmal bei der deutschen Botschaft angerufen und der iranische Hotelangestellte an der Rezeption schrieb uns in persischer Sprache die Adresse der typischer Verkehr  in TeheranDeutschen Residenz auf. Damit gingen wir zu den beiden iranischen Taxifahrern, zeigten ihnen den Zettel und versuchten nun unsere Ausrüstung und Instrumente in die beiden kleinen Taxis zu bekommen. Die Tuba, in ihrem Transportkoffer schaute mehr als die Hälfte aus dem Kofferraum heraus. Das übrige Gepäck passte gerade noch zusammen mit uns in die beiden Taxis. Dann starteten die beiden Taxifahrer zu ihrer Rallye durch die Stadt. Rote Ampeln, verstopfte Straßen und Staus hinderten sie nicht daran durch die Stadt zu rasen. Das Taxi vor uns, in dem Christian, Lois und Wastl saßen, fuhr mit quietschenden Reifen durch die rasante TaxifahrtKurven und wir dachten alle nur „Hoffentlich kommen wir heil an“. Es ist uns heute noch nicht klar, wie die beiden Taxifahrer es geschafft haben, in ca. 25 Minuten von einem Punkt der Stadt zum anderen zu gelangen. Jedenfalls waren wir 20 Minuten vor dem offiziellen Beginn an der deutschen Residenz angelangt. Christian sprang sofort aus dem Auto und rannte zu einem offiziellen Botschaftsangestellten am Tor der Residenz mit der Bitte die Bezahlung der Taxis abzuwickeln. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt und auch später noch kein iranisches Geld bei uns. Während der Botschaftsangestellte mit den Taxifahrern verhandelte, luden wir aus und machten uns auf den Weg in den Park der Residenz.

Von weitem schrie schon jemand „ah die bayerische Musi is a da“. Kein Wunder, zu übersehen waren wir nicht, mit unserer Tracht und den Instrumenten. Am Eingang und auf dem Weg in die Residenz wurden wir herzlich von deutschen Landsleuten empfangen. Nach der Begrüßung durch den Botschafter, Herrn Freiherr von Malt-zahn und Herrn Dr. Zickerick, der sichtlich erleichtert war uns rechtzeitig am Empfang zu sehen, wurden wir weiteren Angestellten und Angehörigen der Botschaft vorgestellt. Danach begaben wir uns auf unsere Plätze und packten die Instrumente aus.

In der Residenz der deutschen Botschaft in Teheran
Die Residenz des deutschen Botschafters, die 1967 fertig gestellt wurde, befindet sich gruppenbil mit Botschaftern und Sponsorenim Stadtteil Elahiye im Norden Teherans. Sie liegt in einem parkähnlichen Garten mit einer Größe von ca. 70.000 qm. Hier ist offizielles deutsches Hoheitsgebiet.
Frauen konnten sich ohne Kopftuch in der Öffentlichkeit zeigen, was auch zu unserem Erstauen sehr viele Iranerinen taten. Die Anlage war festlich, teils in deutschen, teils in bayerischen Farben geschmückt. Kaum hatten wir unser erstes Musikstück zum Einspielen beendet, hörten wir schon in der Nähe einen Muezzin zum Gebet rufen und wir warteten 10 Minuten ab, bis dieser es wieder beendet hatte. Wir nutzten die Gelegenheit um uns etwas in diesem Gelände umzuschauen. Es´Dwadlbeißer in Aktion gab verschiedene Stände, z.B. von unseren Sponsoren Lufthansa, DHL, BMW, dem Freistaat Bayern und was uns besonders freute, einen Stand mit bayerischem Brot und Brezen, gebacken von einem iranischen Bäcker nach bayerischen Originalrezepten. Auch ein Stand mit Weißwürsten und alkoholfreiem (leider nicht bayerischem) Bier fehlte nicht. Nach dem Ruf des Muezzin begannen wir wieder zu spielen und der Garten füllte sich schnell mit ca. 1000 Gästen, Iranern, Deutschen, die dort lebten, arbeiteten oder nur auf Besuch waren, Vertretern anderer Botschaften und Geschäftsleuten. Es folgten die offiziellen Ansprachen, in denen auch wir genannt wurden und die beiden Nationalhymnen Deutschlands und des Irans. Nachdem dieser offizielle Teil vorüber war, fingen auch wir mit unserem Programm an. Es dauerte nicht lange und wir waren das Fotomotiv Nummer eins auf dieser Feier. Von allen Seiten umringten uns die Besucher (gleichfalls Iraner wie Deutsche) um sich mit uns Musikanten fotografieren zu lassen. Man konnte beobachten, dass Gäste mit den Mobiltelefonen ihre Verwandten oder Freunde anriefen und die Telefone in unsere Richtung hielten, um den Teilnehmern am anderen Ende der Leitung diese „Besonderheit“ hören zu lassen. Als wir Musik spielend durch den Park zogen, mussten wir immer wieder stoppen und als Gruppe Modell stehen.

Zu späterer Stunde verlagerten wir unseren Standort auf die Terrasse der Residenz. Dort bayerische Volkstänze im Irantanzten wir mit den Gästen unkomplizierte Volkstänze und sangen mit ihnen einfache bayerische Wirtshauslieder, die jeder sofort mitsingen konnte.
Was uns sehr freute, war die Aufgeschlossenheit und das Interesse der Einheimischen an unserer schönProst mit alkoholfreiem (nicht bayerischen) Bieren bayerischen Musik. Etliche Male wurden wir in englischer Sprache und sogar auf Deutsch angesprochen, weshalb wir nach Teheran gekommen seien und was wir hier machen würden. Wir lernten einen Iraner mit bayerischem Trachtenjanker kennen, der 10 Jahre im München gelebt hatte und sogar am Oktoberfest tätig war. Allgemein fiel uns auf, dass man Deutschen gegenüber im Lande sehr freundlich gesinnt war.

Montag, 04.10.2004
Besichtigung Kashan

Basar in KashanAm Montag wurden wir von „unserem“ netten Botschaftsfahrer Hamid und einem englischsprachigen Reiseführer aus dem Iran von unserem Hotel abgeholt. Wir fuhren dann ca. 300 Kilometer, an Qom vorbei nach Kashan, einer Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern. In Kashan brachten wir, durch unseren Wunsch, einen Basar zu besuchen, das eng gesteckte Basar in KashanProgramm unseres Reiseführers durcheinander. Der Basar in Kashan entsprach den Vorstellungen eines orientalischen Marktes in sehr vielen Dingen. Es gab zahlreiche kleine Geschäfte in engen Räumen oder Nischen, der Duft von verschiedenen Gewürzen lag in der Luft und an allen Ecken und Enden boten Händler (fast) alle Arten von Waren an. Auch sehr viele „westliche“ Artikel waren zu sehen. Wir entdeckten sogar ein weißes Brautkleid und das in einem islamischen Land, in dem sich Frauen verschleiern müssen.

Teehaus im Baras In einem typischen Teehaus im Basar hielten wir kurz Rast. Wir kosteten aromatischen iranischen Tee und einige Musikanten probierten eine Wasserpfeife aus. Sie saßen genüsslich auf einem bunten Teppich und relaxten. Nach dieser Verschnaufpause ging es wieder zurück in den hektischen Teil des Basars. Schließlich besichtigten wir noch ein altes Badehaus im Keller dieses Basars und jeder kaufte noch eine Flasche Rosenwasser als Geschenk für unsere Lieben zu Hause.

Als nächster Punkt stand die Besichtigung zweier Häuser kaufmännischer Familien auf dem Programm. Eines davon war das Haus Boroudjerdi. Das Gebäude bestand aus vier KaufmannshausStockwerken, unzählige Zimmer und Passagen waren mit bunten Mosaiken und leuchtenden Glasfenstern ausgeschmückt. Der Eingangsbereich war in verwinkelten Gängen angelegt, zum einen, dass man den Verlauf des Hauses nicht sofort erkannte, zum anderen dass Staub und Sand abgefangen wurden und sich nicht gleich in das ganze Haus verteilten. In den Decken waren Löcher zur Entlüftung eingelassen, was in diesen Breitengraden aufgrund des seltenen Regens auch keine Probleme bereitete. An den Eingangstüre mit den unterschiedlichen TürklopfernEingangstüren waren zwei verschiedene Arten von „Klingeln“ angebracht. Auf der einen Seite mussten die ankommenden Männer, auf der anderen Seite die Frauen an die Tür klopfen. Man hörte je nach Klang des Türklopfers, ob ein Mann oder eine Frau vor der Tür stand. Die Frauen im Haus wussten dadurch, ob sie verschleiert öffnen mussten, oder ob sie den Schleier nicht tragen brauchten. In den Innenhöfen standen prächtige Brunnen und Wasserspiele und das in einer Gegend in der Wasser ein knappes und kostbares Gut war und immer noch ist.

Besichtigung des Bergdorfes Abianeh
Bergdorf AbianehWir fuhren dann in das ca. 70 Kilometer entfernte und nochmals südlicher liegende Dorf Abianeh im Kuhrud-Gebirge in ca. 2500 m Höhe.
Die Wurzeln dieses Bergdorfes reichen über 7000 Jahre zurück. Die meisten Häuser wurden aus rotem Lehm der umliegenden Berge, mit Stroh vermischt errichtet, manche Gebäude bestanden aus Lehmziegeln. Heute leben noch ca.1000 vorwiegend ältere Menschen in diesem Dorf. Die junge Bevölkerung zog in die Städte, denn der Ort befindet sich mitten im Gebirge, weit weg von der nächsten größeren Stadt.
Die bis dahin gut ausgebaute Straße endet hier. Das Zentrum des Dorfes ist für Fahrzeuge gesperrt. In den engen Strassen sah man Esel. Von der Moschee aus hatte man einen schönen Blick auf die bergige und „rote“ Landschaft.
Durch das Tal schlängelte sich ein kleiner Bach mit stellenweise bewaldeten Ufern.
Das übrige Land war ausgetrocknet. In der Wüste zwischen Teheran und Abianeh sahen wir große Salzseen und vereinzelt Oasen, an denen Dörfer entstanden sind.

nächtlicher Verkehr in TeheranDie Rückfahrt nach Teheran verlief etwas stressig. Wir wurden tags zuvor vom Co-Botschafter für den Montag Abend privat zu seiner Familie eingeladen. Schon als wir im Bergdorf in Abianeh gegen 16:00 Uhr wegfuhren, hatten wir eine Verspätung von ca. 2 Stunden. Es lagen noch annähernd 400 Kilometer und der bevorstehende Stau in Teheran vor uns. Also drückte unser Fahrer etwas aufs Gas. In Kashan mussten wir tanken. An der Tankstelle konnten wir es gar nicht glauben, dass im Iran der Liter Benzin nur ca. 8 Cent kostet. Uns wurde erzählt, dass der Iran selber kein Benzin produziert, nur Erdöl exportiert, Benzin importiert und dann den Benzinpreis auch noch um die Wirtschaft anzukurbeln subventioniert. Die Fahrt über die sehr gut ausgebauten Autobahnen ging recht schnell voran. Wie uns der Fahrer berichtete, darf man hier auf der Autobahn tagsüber mit 95 und nachts mit 85 Kilometer pro Stunde fahren. Wir haben heimwärts nicht auf den Tacho gesehen; trotzdem waren wir schon um 19:45 Uhr vor den Toren Abendessen bei  Familie ZickerickTeherans. Zwischendurch meldete sich Herr Dr. Zickerick beim Fahrer, um sich nach dem Stand der Dinge und der ungefähren Ankunftszeit zu erkundigen. Problematisch wurde die Fahrt erst in Teheran. Wie schon erwähnt, Dauerstau von ca. 08:00 bis 22:00 durchgehend. Irgendwie schaffte es unser geübter Fahrer doch, sich seinen Weg einigermaßen zügig durch Teheran zu bahnen. Angekommen im Privathaus der Familie Zickerick wurden wir schon von der gesamten Familie erwartet. Frau Zickerick hatte ein wunderbares Abendessen zubereitet. Wir unterhielten uns über diese Iranreise, unsere letztjährige Fahrt nach Moldawien und über die vielen Eindrücke von Land und Leuten.
Nach dem Abendessen und gemütlichem Zusammensein fuhren wir zurück in unser Hotel, packten unsere Koffer und machten uns auf den Weg zum Flughafen.

Noch einmal fuhren wir, wie schon bei der Ankunft am Samstag, durch das nächtliche, bunt beleuchtete Teheran. Die Straßen waren um 02:00 Uhr nachts leer. Es war keine Menschenseele in der 14 Millionen Stadt unterwegs. Am Flughafen herrschte auch um diese Uhrzeit reges Treiben. Wir verabschiedeten uns vom Botschaftsfahrer und gingen zum Einchecken. Die Kontrollen am Flughafen verliefen zügig und ohne Komplikationen und bald saßen wir im Flieger mit dem Ziel Deutschland. Noch überwältigt von den vielen fremden Eindrücken waren wir glücklich, wieder auf dem Weg nach Hause zu sein.

Dienstag, 05.10.2004
Ankunft Flughafen München
Um 07:00 Uhr am Morgen unserer Zeit kamen wir alle gesund und „munter“ in unserem schönen Bayernland an. Sebastians Vater erwartete uns schon am Flughafen und so konnten wir die Heimreise von München nach Regensburg antreten.

Fazit
Die Fahrt in den Iran wird für uns sicher unvergesslich bleiben. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und von der Botschaft sehr gut betreut. Wir möchten uns nochmals bei allen, die es uns ermöglicht haben, diese Reise zu unternehmen, herzlich bedanken.

Regensburg, den 16.10.2004
d´Wadlbeißer
Michael Franke

Radiointerview zur Gastspielreise der Wadlbeißer im Bayern 2
Radio Interview (mp3, ca. 2 MB) unseres Leiters Herrn Christian Preuß im Radio Bayern 2, Sendung Bayernchronik, ausgestrahlt am 02.10.2004 um 11.00 Uhr.
Links zur Reise in den Iran
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bei denen wir uns nochmals herzlich bedanken wollen.